Tag 4 - Noraebang ! Wer, Wie, Wo, Was?!
Heute habe ich zum ersten Mal in der Cafeteria gegessen. Es gibt koreanisches Essen und angeblich internationales. Da ich nicht wusste, was das koreanische Zeug ist, hab ich mich für das internationale entschieden aber naja.. Es gab für 2400 Won Toast mit Ei (Ihh), Krautsalat mit Mayo(?!), zwei Orangen, und Müsli mit Milch. Also bestand mein Frühstück aus Müsli. Sehr "international". Und eine Sache verstehe ich nicht: Egal, um was für ein Essen es sich handelt, es wird immer Mayo oder Ketchup oder irgend eine andere Soße drauf getan o.o Aber das Milchpäckchen ist ja wirklich süß...ich meine wir sind hier in Korea, dem Land der Cuteness überhaupt. Alles ist irgendwie "süß", seien es Bücher, Werbung, Klamotten, TV, oder die Leute. Die Menschen stehen total auf den Cutefaktor.
Da wir - Marylett und ich - davon ausgehen, dass wir zu schlecht für den advanced korean language course sind und der intermediate course sich mit einem wichtigen Kurs überlappt, sind wir heute einfach in den elementary course gegangen. Die Lehrerin meinte aber, wenn wir koreanisch lesen und schreiben können, sollen wir in einen der höheren Kurse gehen.. Mal schauen.
Mein eigentlicher Marketing Kurs ist am Freitag aber ich wollte diesen mit dem Kurs am Dienstag austauschen und bin deshalb mit Marylett zu Ihrem Marketing Kurs gegangen. Das war wirklich das schlimmste Erlebnis ever, dass wir an dieser Uni hatten. Brrrr.
Wir saßen als einzige Ausländer im Vorlesungsraum - zwischen 80 weiteren Koreanern. Gute Voraussetzungen. Dann kam der Prof und fing mit seinem unglaublichen Akzent an, Englisch zu sprechen...das war ja noch ganz okay aber dann lief es so ab:
Prof: Bla Bla Bla (auf englisch). Do you understand what I mean? *Schaut die Koreaner in der ersten Reihe an*
Anscheinend sahen diese Studenten ziemlich planlos aus, denn er fing an ALLES ich meine wirklich ALLES, was er in der letzten halben Stunde erzählt hatte, auf koreanisch zu erzählen. WTF? Es ist ein ENGLISCHER Marketing Kurs. Wen juckt es, ob die Koreaner ihn verstehen oder nicht? Wenn jemand seinen Kurs wählt, dann ist er selbst dafür verantwortlich, ob er dem Prof folgen kann oder nicht. Und so ging es die ganze restliche Stunde. Ich hab zwar nicht wirklich etwas von seinem koreanischen Gespräch verstanden aber es klang viel netter und hat mehr Witze gemacht, da alle ab und zu gelacht haben. Auf Englisch war er sehr streng bzw. gab er sich sehr streng und fing an mit "Wehe ihr kopiert Sachen aus den vorigen Semestern. Dann schmeiße ich euch aus meinem Kurs und dann werde ich es auch soweit kommen lassen, dass ihr von der Schule geschmissen werden." Wtf? Man sollte seine Studenten motivieren nicht deprimieren. Er war wirklich ein sehr unsympathischer Kerl. Dann sind wir nach dem Kurs zu ihm hin und wollten sicherheitshalber fragen, ob ich vielleicht in seinen Kurs wechseln kann. Er meinte direkt, dass es sowieso viel zu viele in seinem Kurs wären und dass es besser wäre, wenn wir BEIDE uns einen anderen Kurs suchen, da die meisten Koreaner kein Englisch verstehen und er deshalb vieles auf Koreanisch erklären werden muss. Ähm ja...wieso geht man in einen Kurs, der eigentlich vollständig auf Englisch gehalten werden muss, obwohl man kein Englisch kann? Sehr gute Frage. Ich wette, wenn wir weg sind, erklärt er alles nur noch auf Koreanisch.
Dann gab es Mittagessen:
Bis dahin war der Tag ziemlich blöd gelaufen: Elementary Korean und Marketing völlig umsonst besucht. Eigentlich habe ich dienstags gar keinen Kurs aber so musste ich natürlich sehr früh aufstehen und weg und um ehrlich zu sein bin ich momentan noch dauermüde. Also bin ich zurück ins Wohnheim und hab meine Augen für 5 Minuten geschlossen.
Aus den 5 Minuten wurden Stunden und zum Glück bin ich dann um 17 Uhr wieder aufgewacht von alleine. Um 18:30 haben wir uns mit den anderen unten am Eingang getroffen und es ging Richtung Hauptstraße, um gemeinsam zu Abend zu essen.
![]() |
| Die Nudeln und die Soße sind zwar echt lecker aber...da war Oktopus drin. Da waren sogar zwei Baby Oktopusse drin !Man sieht es oben links im Teller o.o Bäh |
Nach langem herumirren haben wir ein chinesisches Restaurant gefunden, welches frittiertes Chicken mit verschiedenen Soßen und "black bean noodles" - Jjajangmyeon - anbot.
Wikipedia: Jajangmyeon besteht aus Weizennudeln, die in der Pfanne mit Öl, Soße aus salziger schwarzer Sojabohnenpaste, Fleisch und Gemüse zubereitet werden. Das Gericht ist preisgünstig, überall in Südkorea zu erhalten und wurde 2006 durch die Regierung als eines der „100 koreanischen Kultursymbole“ gewürdigt.
Nach dem Essen ging es in den Supermarkt - typisch koreanischen Soju kaufen. Von hier aus dann zum koreanischen Karaokestudie - oder auch Noraebang, also Singen + Raum = Karaokeraum. Es handelt sich hierbei um Karaokestudios, die Räume anbieten, die auf Stundenbasis gemietet werden können. Wir haben für 13 Personen 25.000 Won gezahlt also ca 2.000 Won pro Person für eigentlich eine Stunde. Anscheinend ist es hier so, dass man sehr viel einfach den Kunden schenkt, damit diese irgendwann wiederkommen, also als Service. Wir waren somit knapp 2 Stunden im Karaokestudio, die es mal so nebenbei erwähnt an jeder Ecke gibt, und haben hierfür nur ca 1,50 € pro Person bezahlt.
Was ich hier auch sehr toll finde: Die Bäckereien (ja es gibt sie hier wirklich - im französischen Stil werden Bäckereien vermarktet aber es ist alles eher nach koreanischem Rezept. Es sieht nur wie bei uns aus - in süß und hübsch versteht sich - aber schmecken tut es ganz anders) haben alle eine Tortenabteilung und die ist unglaublich ! Davon muss ich einfach jedes Mal Bilder machen! Die Torten kosten nicht viel Geld und sehen wundervoll aus. Ich freue mich jetzt schon auf meinen Geburtstag haha
Noraebangs sind wirklich eine coole Sache. Es gibt ganz viele Lichter und Rasseln und Tamburine. Die Anlagen haben englische, koreanische, chinesische und japanische Lieder. Zwar ist die Auswahl an koreanischen Songs am größten aber man findet alle Songs, die man auf englisch singen möchte.
Um ca 23 Uhr waren wir dann fertig und es ging wieder ab in das Wohnheim - 4 Hügel hinauf. Wenn man die Hügel zählt, fühlt es sich gar nicht mehr so weit an, hochzulaufen. Ihr müsst euch den Campus mitten wie in San Francisco vorstellen: lauter steiler Hügel. Kein Wunder, dass Koreaner so viel essen und mager aussehen, denn mehrmals am Tag zum Wohnheim hochzulaufen ist Sport genug.



















0 Kommentare